Das Motoröl
Das Motoröl in einer Verbrennungskraftmaschine soll seine Arbeit möglichst unauffällig und zuverlässig verrichten. In einem Otto- oder einem Dieselmotor bewegt sich ein Kolben in einem Zylinder zwischen dem unteren und dem oberen Totpunkt. Das geschieht bei einem Motor, je nach Geschwindigkeit, zwischen 3000 und 5000-mal in einer Minute, bei einem Motorrad sogar 10 000 bis 12 000 Mal. Dabei reibt Metall auf Metall, es entsteht Wärme, ohne die Schmierwirkung des Motoröls würden die Oberflächen von Kolben und Zylinder miteinander "verschweißen". Für den Kraftfahrer heißt das, der Motor läuft fest und hat nur noch Schrottwert, das Motorenöl muss also in erster Linie schmieren und damit die Reibung verhindern.
Bei der Verbrennung in einem Motor können Höchsttemperaturen bis 2500 °C entstehen. Metalle werden zwischen 1100 und 1500 °C flüssig, also muss ein Motor immer gekühlt werden. Hier übernimmt das Öl die Funktion der inneren Kühlung und führt die Wärme ab.
In unseren Verbrennungsmotoren wird ein Kraftstoff- Luft- Gemisch unter hohem Druck verbrannt. Um diesen hohen Druck zu erhalten, muss der Verbrennungsraum absolut abgedichtet sein, das Öl hilft bei der Feinabdichtung.
Wenn ein Motor nach einer längeren Standzeit gestartet wird, da genügen nur wenige Stunden, hat sich das gesamte Motorenöl in der Ölwanne angesammelt. Die ersten Umdrehungen entwickelt der Motor eine so genannte trockene Reibung zwischen Kolben und Zylinder, bei der feinster Metallabrieb entsteht. Diese feinen Späne soll das Motorenöl entfernen, es hat somit auch eine Reinigungsfunktion.
Bei der Verbrennung im Motor entstehen unter anderem im Abgas Schwefel- und Stickstoffverbindungen, diese können wiederum zu Korrosion an den Motorteilen führen. Durch Beimischungen, so genannte Additive, soll der Motor vor diesem Verschleiß geschützt werden.
Dabei muss das Motoröl den unterschiedlichsten Anforderungen genügen. Es darf bei tiefen Temperaturen nur so zähflüssig sein, dass es gerade noch so gepumpt werden kann. Zu dünnes Motorenöl wiederum birgt die Gefahr des Abreisens des Schmierfilms bei Wärme. Das Maß für das Fließverhalten eines Schmiermittels ist seine Viskosität.
Modernes Leichtlauf- Öl ist sehr dünnflüssig über einen breiten Temperaturbereich und kann damit das ganze Jahr gefahren werden. Es verhilft dem Motor zu einer langen Lebensdauer und senkt den Kraftstoffverbrauch. Die Angaben des Herstellers zur Qualität und zu den Wechselintervallen müssen aber unbedingt eingehalten werden.